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LIKÖRWEIN

Unter dem Begriff Likörwein, der auch unter Kennern als „Verstärkter Wein“ bekannt ist, versteht man eine Zusammenfassung von verschiedenen Weinen, bei denen der Gärungsprozess unterbrochen wurde. Genauer gesagt bedeutet das, dass diese Weine mit Alkohol aufgespritet sprich angereichert werden und sie dementsprechend sehr viel Alkohol enthalten. Likörweine werden oftmals auch als Südweine deklariert und verfügen in der Regel oftmals über eine Restsüße. Es gibt aber auch bei diesen Likörweinen die Möglichkeit, sie trocken auszubauen. Nimmt man beispielsweise den italienischen, nicht angereicherten Vin Santo Wein, der in Deutschland irrtümlich zu den Likörweinen gezählt wird und über 16% Alkohol verfügt und der eigentlich zu den Dessertweinen gezählt werden muss. Da die Begriffe Likörwein und Dessertwein oftmals nicht genau deklariert werden können bzw. in Deutschland anders beurteilt werden als dies in anderen Ländern, wie es beispielsweise in Italien der Fall ist, kann dies oftmals zu Irreführungen kommen.

Dabei ist die Definition von Likörwein eigentlich schon seit 1999 durch die EU-Verordnung festgelegt. Darin heißt es, dass der Alkoholgehalt des vergärenden Mostes, bei mindestens 12 % liegen muss bzw. das Mostgewicht, muss mindestens einen Öchsle Grad von 84 haben. Möchte man nun einen Likörwein ausbauen, dann muss der Alkoholgehalt mindestens zwischen 15 und 22 % liegen. Um diesen Alkoholanteil zu erreichen, darf man sowohl Alkohol aus einer Weindestillation mit 96 Volumenprozent oder Destillate verwenden, die beispielsweise aus Weinbrand, Tresterbrand etc. bestehen können, die einen Anteil von mindestens 52 % bzw. maximal 86 Volumenprozent haben. Bevor man aber eine diese beiden Varianten nutzt, muss gewährleistet sein, dass vor der Zugabe des Alkohols und der Gärung, bereits ein Alkoholgehalt von mindestens 4 Volumenprozent vorhanden ist.

Die Geschichte der Likörweine begann in den südlichen Anbaugebieten. Die dortigen Ernten zeichneten sich durch ein hohes Maß am Mostgewicht aus, und die Umgebungstemperaturen, die auch während der Vergärung hoch waren, führten dazu, dass die Gärung nicht immer kontrollierbar zu stoppen war. Das wiederum führte oftmals dazu, dass der entstandene Wein nicht konserviert werden konnte, vor allem auch dadurch, dass die damaligen Winzer, das Prinzip von Schwefeldioxid noch nicht kannten, welches ja eine konservierende Wirkung hat. Somit entstanden häufig Weine mit einer hohen „volatiler Säure“, die auch als Essigstich bekannt ist. So kam man drauf, durch Zugabe von neutralem Alkohol, die Gärung zu steuern, die Restsüße selbst zu steuern und die Konservierung selbst zu bestimmen. So wurden die Likörweine auch bald in Kalifornien und Australien ein wichtiges Produkt und zählten zu den meist verkauften Likörweinen, die immerhin einen stattlichen Alkoholanteil von bis zu 20 Vol.-% aufwiesen. Diese Likörweine waren aber auch sehr viel preiswerter als die normalen harten Alkoholika, da sie steuerlich begünstigt waren.